Wobei ich das einsetze
- Unsicherer Gang und mangelnde Koordination
- Propriozeptive Defizite nach neurologischen Erkrankungen
- Wiederaufbau nach Operationen und Schonphasen
- Sturzprophylaxe beim älteren Hund
Bewegungstherapie ist mehr als „ein bisschen Spazierengehen“. Es sind gezielte Übungen, die auf drei Dinge abzielen: Balance, Koordination und Propriozeption – das Körpergefühl, mit dem ein Hund weiß, wo seine Pfoten gerade stehen, ohne hinzuschauen.
Warum das wichtig ist
Ein Hund, der sich monatelang geschont hat, verliert nicht nur Muskeln. Er verliert auch das Gefühl für seinen eigenen Körper. Die Hinterpfoten schleifen, er stolpert häufiger, auf glattem Boden wird er unsicher.
Das liegt daran, dass die Nervenbahnen zwischen Pfoten und Gehirn „einrosten“, wenn sie nicht gefordert werden. Propriozeptives Training baut diese Verbindungen gezielt wieder auf.
Wie das aussieht
Die Übungen sind einfach, aber präzise:
- Balanceübungen auf weichen oder instabilen Untergründen – der Hund muss ständig kleine Korrekturen machen, um stehen zu bleiben. Das trainiert die Tiefenmuskulatur und schult das Gleichgewicht.
- Koordinationsübungen wie Cavaletti-Stangen, bei denen der Hund bewusst seine Pfoten heben und setzen muss, statt sie mitzuschleifen.
- Propriozeptive Reize – verschiedene Untergründe (Sand, Gras, Schaumstoff, Kiesel) unter den Pfoten, die dem Nervensystem Rückmeldung geben.
- Gewichtsverlagerung – kontrolliertes Verlagern des Gewichts auf einzelne Beine, um Kraft und Koordination gleichzeitig zu fordern.
Das Tempo ist bewusst langsam. Im Schritt muss ein Hund jede Pfote einzeln setzen und kann viel schlechter kompensieren als im Trab.
Der Unterschied zu reinem Muskelaufbau
Muskelaufbau und Bewegungstherapie überschneiden sich, sind aber nicht dasselbe. Muskelaufbau zielt auf Kraft, Bewegungstherapie auf Steuerung. Ein Hund kann kräftige Beine haben und trotzdem unsicher laufen – weil die Ansteuerung fehlt.
In der Praxis kombiniere ich beides: Gerätetraining für Kraft und Tiefenmuskulatur, Koordinationsübungen für die neuronale Seite.
Was du zuhause machst
Der größte Teil der Bewegungstherapie findet zwischen den Terminen statt. Ich zeige dir Übungen, die in fünf bis zehn Minuten täglich machbar sind. Ein paar Cavaletti-Stangen im Flur, bewusstes Gehen über verschiedene Böden, kontrolliertes Bergaufgehen – das lässt sich in jeden Spaziergang einbauen.
Bild folgt
Hund steigt konzentriert über niedrige Cavaletti-Stangen auf einer Wiese, eine Vorderpfote angehoben
Klingt nach eurem Thema?
Diese Technik ist kein Einzelprodukt, sondern Teil einer Behandlung – welche Griffe dein Hund braucht, entscheidet der Befund. Buchen kannst du sie hier trotzdem direkt.
Der Einstieg: ausführliche Anamnese, Ganganalyse, Abtasten, erste Behandlung und ein Übungsplan für zuhause.
Unsicher, ob das passt? Das Erstgespräch am Telefon ist kostenlos – und wenn ich beim Befund merke, dass Physiotherapie nicht das Richtige ist, bekommst du dein Geld zurück.