Hundephysiotherapie ist die Übertragung physiotherapeutischer Prinzipien auf den Hund: Arbeit an Muskulatur, Gelenken und Bewegungsabläufen mit den Händen und mit gezielten Übungen. Sie ist keine Alternative zur Tiermedizin, sondern eine Ergänzung – und beginnt in der Regel dort, wo eine Diagnose bereits vorliegt.
Warum Bewegung so viel entscheidet
Fast alle orthopädischen Beschwerden beim Hund folgen demselben Muster. Etwas tut weh, also wird es entlastet. Die Entlastung führt dazu, dass die Muskulatur an dieser Stelle abbaut. Fehlende Muskulatur führt dazu, dass das Gelenk schlechter geführt wird – und das tut wiederum weh.
In diesem Kreislauf gibt es genau einen Punkt, der sich zuverlässig verändern lässt: die Muskulatur. Deshalb dreht sich in der Hundephysiotherapie so vieles darum, wie ein Hund sich bewegt und welche Muskeln dabei arbeiten.
Für welche Hunde sie infrage kommt
Am häufigsten sind es Hunde mit einer orthopädischen oder neurologischen Diagnose: Arthrose, Hüftdysplasie, Kreuzbandriss oder ein Bandscheibenvorfall.
Dazu kommen Hunde in der Rehabilitation nach Operationen, Seniorhunde, bei denen vieles gleichzeitig nachlässt, und Hunde ohne akuten Befund, bei denen es um Erhalt und Vorbeugung geht.
Was sie nicht kann
Physiotherapie stellt keine Diagnose, verschreibt keine Medikamente und ersetzt keine Operation. Sie macht abgenutzten Knorpel nicht neu und verändert keine Knochenform.
Was sie beeinflussen kann, ist alles drumherum: Muskulatur, Beweglichkeit, Koordination, Verspannungen und die Frage, wie gut ein Hund mit dem zurechtkommt, was er hat. In der Praxis ist das oft genau der Unterschied zwischen „geht so" und „kommt gut zurecht".
Wer sie durchführen darf
Die Bezeichnung „Hundephysiotherapeut" ist in Deutschland nicht geschützt. Es lohnt sich also, nach der Ausbildung zu fragen – bei mir und überall sonst. Was ich mitbringe, steht auf der Seite Über mich.
Für bestimmte Tätigkeiten am Tier gilt in Deutschland der Tierarztvorbehalt. Diagnosestellung und Heilbehandlung im rechtlichen Sinn gehören in die Tierarztpraxis – ich arbeite auf Grundlage dessen, was dort festgestellt wurde.
Bild folgt
Hände arbeiten an der Hinterhandmuskulatur eines ruhig stehenden Hundes, Wohnzimmer, warmes Licht