Wobei ich das einsetze
- Nach Bandscheibenvorfall und anderen neurologischen Erkrankungen
- Schleifende Pfoten und unsicherer Tritt
- Nach längeren Liegephasen
- Begleitend beim Seniorhund
Sensorisches Training setzt dort an, wo Kraft allein nicht weiterhilft: bei der Wahrnehmung. Ein Hund kann kräftige Beine haben und trotzdem stolpern – wenn die Rückmeldung aus Pfoten, Muskeln und Gelenken nicht sauber ankommt.
Zwei Ebenen
Die Oberflächensensibilität meldet Berührung, Temperatur und Druck von der Haut. Die Tiefensensibilität kommt aus Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln und ist eng mit der Propriozeption verwandt – dem Sinn dafür, wo die Gliedmaßen gerade stehen.
Beide lassen sich ansprechen, und beide werden schlechter, wenn sie nicht gefordert werden.
Wann es sinnvoll ist
Am deutlichsten nach neurologischen Erkrankungen. Nach einem Bandscheibenvorfall oder einer FCE sind Nervenbahnen gestört. Was noch funktioniert, muss neu geübt werden – und je früher damit begonnen wird, desto besser stehen die Chancen.
Ähnlich nach langen Liegephasen: Wer wochenlang wenig steht, verliert die feine Ansteuerung. Und beim Seniorhund lässt die Wahrnehmung altersbedingt nach, was das Stolpern auf glattem Boden erklärt.
Womit ich arbeite
Wechselnde Untergründe. Gras, Kies, Sand, Schaumstoff, eine gefaltete Decke – jede Oberfläche gibt dem Nervensystem ein anderes Signal. Der Wechsel ist der Reiz, nicht der einzelne Belag.
Berührungsreize an Fell und Haut: streichen, tupfen, mit weichen und festeren Bürsten arbeiten. Besonders an Bereichen, die der Hund gerade weniger wahrnimmt.
Temperaturwechsel in verträglichem Rahmen, etwa mit einem kühlen und einem warmen Tuch. Das spricht andere Rezeptoren an als Berührung.
Gelenknahe Impulse – leichter Druck in die Gelenkachse, der den Rezeptoren in der Kapsel Rückmeldung gibt.
Kombiniert wird das fast immer mit Bewegungstherapie: Wahrnehmung und Bewegung gehören zusammen.
Was du zuhause machst
Der größte Teil. Fünf Minuten täglich über verschiedene Böden gehen bringt mehr als eine lange Einheit pro Woche. Ich zeige dir beim Termin, welche Reize bei deinem Hund sinnvoll sind – und welche nicht.
Eine Abgrenzung ist wichtig: Die tiefe Schmerzempfindung zu prüfen, gehört ausschließlich in die Tierarztpraxis. Das ist ein diagnostischer Test mit Aussagekraft für die Prognose, kein Übungsbestandteil.
Mehr zu den Begriffen im Glossar.
Bild folgt
Hundepfote steht auf einer Matte aus unterschiedlich groben Materialien, Nahaufnahme von der Seite
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Diese Technik ist kein Einzelprodukt, sondern Teil einer Behandlung – welche Griffe dein Hund braucht, entscheidet der Befund. Buchen kannst du sie hier trotzdem direkt.
Der Einstieg: ausführliche Anamnese, Ganganalyse, Abtasten, erste Behandlung und ein Übungsplan für zuhause.
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