Krankheitsbild

Sehnen- und Bandverletzungen beim Hund

Sehnen heilen langsam und schlecht durchblutet. Genau deshalb kommt es auf die Belastungssteuerung an.

Auch bekannt als: Bizepssehnenentzündung · Tendinitis · Sehnenreizung · Bänderdehnung · Achillessehnenverletzung

Typische Anzeichen

Erkennst du deinen Hund hier wieder? Diese Beobachtungen kommen bei diesem Krankheitsbild häufig vor – sie ersetzen keine Diagnose, helfen dir aber im Gespräch mit der Tierarztpraxis.

  • Lahmheit, die nach Ruhe besser und nach Belastung schlechter wird
  • Schmerzreaktion beim Strecken oder Beugen eines bestimmten Gelenks
  • Schwellung oder Wärme über einer Sehne
  • Der Hund verkürzt den Schritt auf einer Seite
  • Nach dem Aufwärmen läuft es besser – am nächsten Tag wieder schlechter

Sehnen verbinden Muskel und Knochen, Bänder verbinden Knochen mit Knochen. Beide bestehen aus straffem, wenig durchblutetem Gewebe – und genau das bestimmt, wie sie heilen.

Warum es so lange dauert

Muskelgewebe ist gut durchblutet und regeneriert vergleichsweise schnell. Sehnen und Bänder nicht. Weniger Blutversorgung heißt weniger Nährstoffe, weniger Zellaktivität, langsamerer Umbau.

Aus Wochen werden dadurch schnell Monate. Und weil sich ein Hund nach zwei, drei Wochen wieder gut fühlt, ist die häufigste Ursache für Rückfälle nicht die Verletzung selbst, sondern zu frühe Belastung.

Typische Stellen

Die Bizepssehne an der Schulter ist ein Klassiker, besonders bei Hunden, die viel abstoppen oder abdrehen. Die Lahmheit ist zu Beginn oft nur nach Belastung sichtbar.

Die Achillessehne am Sprunggelenk reagiert auf Überdehnung. Ist sie stark geschädigt, sinkt das Sprunggelenk sichtbar ab.

Die Bänder am Karpalgelenk überdehnen bei Landungen aus der Höhe. Auch hier zeigt sich das an einer veränderten Stellung der Pfote.

Und das bekannteste Band überhaupt ist das Kreuzband im Knie, das ein eigenes Kapitel verdient.

Das Muster erkennen

Bei Sehnenproblemen gibt es ein wiederkehrendes Bild: Nach Ruhe ist die Lahmheit da, nach ein paar Minuten Bewegung wird es besser, nach längerer Belastung wieder schlechter – und am Tag danach besonders deutlich.

Wenn dir das bekannt vorkommt, ist es ein Hinweis, den du beim Tierarztbesuch unbedingt erwähnen solltest.

Wie ich damit arbeite

Was ich mache, hängt stark von der Phase ab.

In der akuten Phase steht Entlastung im Vordergrund, ergänzt durch Kälteanwendungen, die Reizung und Schwellung entgegenwirken. Gleichzeitig arbeite ich an dem, was durch die Schonung anderswo entsteht – die Gegenseite und der Rücken übernehmen mehr.

In der Umbauphase braucht das Gewebe Reize, um belastbar zu werden – aber die richtigen. Sehnen richten ihre Fasern entlang der Zugrichtung aus. Kontrollierte, langsame Bewegung in genau dieser Richtung unterstützt das. Ruckartige Belastung stört es.

Dazu kommen Massage und behutsame Dehnungen, damit der Sehnen-Muskel-Übergang geschmeidig bleibt.

Was du selbst tun kannst

  • Geduld haben. Der häufigste Fehler ist zu frühe Freigabe.
  • Nicht am Ball trainieren. Abruptes Abstoppen und Abdrehen ist genau die Belastung, die schadet.
  • Aufwärmen. Vor jeder stärkeren Belastung ein paar Minuten ruhig gehen.
  • Am Folgetag beurteilen, nicht direkt danach. Sehnen reagieren verzögert.

Wichtig

Sehnen- und Bandverletzungen brauchen eine tierärztliche Abklärung, oft per Ultraschall. Wie lange geschont werden muss, gibt die Praxis vor – daran orientiere ich mich.

Bild folgt

Nahaufnahme eines Hundevorderbeins im Stand, Fokus auf Schulter und Oberarmbereich

Im Glossar nachschlagen

Diese Begriffe tauchen bei diesem Krankheitsbild in Befunden und Therapieplänen auf. Im Glossar stehen sie ausführlich.

Dein Hund hat die Diagnose Sehnen & Bänder?

Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch. Wir schauen gemeinsam, ob und wie ich deinen Hund begleiten kann.

Anrufen WhatsApp Termin