Krankheitsbild

Zwerchfell und Atemmuskulatur beim Hund

Der wichtigste Atemmuskel ist zugleich ein Rumpfstabilisator – deshalb hängt er an weit mehr als nur der Atmung.

Auch bekannt als: Diaphragma · Atemmuskulatur · Zwerchfellspannung · Rippenatmung · Atemhilfsmuskulatur

Typische Anzeichen

Erkennst du deinen Hund hier wieder? Diese Beobachtungen kommen bei diesem Krankheitsbild häufig vor – sie ersetzen keine Diagnose, helfen dir aber im Gespräch mit der Tierarztpraxis.

  • Flache, schnelle Atmung ohne körperliche Anstrengung
  • Der Brustkorb bewegt sich beim Atmen kaum
  • Verspannte Muskulatur an Rippen und Brustwirbelsäule
  • Angespannte Bauchdecke
  • Eingeschränkte Beweglichkeit im Übergang Brust–Lende
  • Hecheln in Ruhe bei normaler Temperatur

Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel. Es trennt Brust- und Bauchraum, spannt sich beim Einatmen an und zieht sich beim Ausatmen zurück – rund um die Uhr, ohne Pause.

Was viele nicht wissen

Das Zwerchfell setzt mit kräftigen Schenkeln an der Lendenwirbelsäule an und rundherum an den Rippen. Damit ist es nicht nur Atemmuskel, sondern auch Teil der Rumpfstabilisierung.

Diese Doppelrolle erklärt, warum es in beide Richtungen wirkt: Ein Hund mit steifer Brustwirbelsäule oder wenig beweglichen Rippen kann schlechter tief atmen. Und ein Hund, der aus Schmerz oder Angst dauerhaft flach atmet, verspannt über die Ansätze an der Lendenwirbelsäule mit.

Deshalb taucht das Thema bei Rückenpatienten auf, nicht nur bei Atemwegspatienten.

Wann es zum Thema wird

Nach Operationen am Brustkorb oder Bauch. Die Naht schmerzt, der Hund atmet flach und schont die Bauchdecke. Das ist verständlich, verfestigt sich aber schnell.

Bei chronischen Atemwegserkrankungen. Muss ein Hund über lange Zeit mit erhöhtem Aufwand atmen, arbeitet die Atemhilfsmuskulatur an Hals und Brustkorb dauerhaft mit – und ermüdet.

Bei kurzköpfigen Rassen. Wenn schon die oberen Atemwege eng sind, steigt der Aufwand für jeden Atemzug. Die Muskulatur an Hals und Brustkorb ist bei diesen Hunden oft deutlich verspannt.

Bei langer Schonhaltung. Wer wochenlang steif geht, bewegt auch den Brustkorb weniger.

Beim Seniorhund, dessen Rippenbeweglichkeit altersbedingt abnimmt.

Wichtige Abgrenzung

Atemnot ist immer ein Notfall. Wenn dein Hund angestrengt atmet, blaue Schleimhäute zeigt, mit gestreckten Vorderbeinen und offenem Maul dasteht oder nicht zur Ruhe kommt, gehört er sofort in die Tierarztpraxis.

Physiotherapie ersetzt keine Behandlung von Herz- oder Lungenerkrankungen. Sie kann nur die muskuläre und fasziale Seite angehen – und das erst, wenn die medizinische Ursache abgeklärt ist.

Wie ich arbeite

Über Atemtherapie mit sanften Techniken am Brustkorb: rhythmisches Ausstreichen entlang der Rippen, Arbeit an den Zwischenrippenmuskeln, Lockerung der Atemhilfsmuskulatur an Hals und Schultergürtel.

Dazu Faszientechniken an den Verbindungen zwischen Brustkorb und Lende sowie manuelle Techniken für die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule.

Ein Effekt, der oft als erstes auffällt: Viele Hunde werden während der Arbeit am Brustkorb deutlich ruhiger. Tiefe Atmung und Entspannung hängen zusammen – beim Hund wie beim Menschen.

Mehr im Glossar.

Bild folgt

Hand liegt flach seitlich am Brustkorb eines entspannt liegenden Hundes, Nahaufnahme im Gegenlicht

Im Glossar nachschlagen

Diese Begriffe tauchen bei diesem Krankheitsbild in Befunden und Therapieplänen auf. Im Glossar stehen sie ausführlich.

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