Auch bekannt als: Berner · Berner Sennenhund
- FCI-Gruppe
- FCI Gruppe 2 – Sennenhunde
- Größe
- Groß
- Schulterhöhe
- 64 – 70 cm (Rüden), 58 – 66 cm (Hündinnen)
- Gewicht
- 38 – 50 kg (Rüden), 36 – 48 kg (Hündinnen)
- Lebenserwartung
- 7 – 10 Jahre
- Fell
- Lang, leicht gewellt, dreifarbig
Der Berner Sennenhund gehört zu den beliebtesten Riesenrassen – ruhig, freundlich, kinderlieb. Sein Körperbau bringt jedoch genau die Themen mit, die bei schnell wachsenden großen Rassen typisch sind: Die Wachstumsphase entscheidet hier mehr als bei fast jeder anderen Rasse über die Gelenkgesundheit im späteren Leben.
Herkunft und Verwendungszweck
Ursprünglich als Zug-, Wach- und Hütehund auf Schweizer Bauernhöfen im Kanton Bern eingesetzt, wurde der Berner Sennenhund auf Kraft und Ausdauer für die Arbeit auf dem Hof gezüchtet – nicht auf Schnelligkeit oder Wendigkeit. Diese ruhige, kraftvolle Arbeitsweise prägt bis heute sein Wesen und seinen eher gemächlichen Bewegungsstil.
Körperbau und Bewegungsbild
Als Riesenrasse erreicht der Berner Sennenhund sein hohes Endgewicht in vergleichsweise kurzer Zeit – ein enormes Wachstumstempo, das die Wachstumsfugen an Hüfte, Ellbogen und den langen Röhrenknochen stark beansprucht. Kommt in dieser Phase zu viel Belastung oder eine unpassende Fütterung dazu, steigt das Risiko für Skelettentwicklungsstörungen deutlich. Hüft- und Ellbogendysplasie zählen zu den häufigsten Diagnosen der Rasse, und durch das insgesamt hohe Körpergewicht entwickelt sich bei vielen Bernern schon in vergleichsweise jungen Jahren eine beginnende Arthrose.
Wachstum und Welpenzeit
Bei kaum einer anderen Rasse ist die Welpenzeit so entscheidend wie beim Berner Sennenhund. Wichtige Grundsätze: kein Treppensteigen und keine Sprünge im ersten Lebensjahr, kontrolliertes statt maximales Wachstum durch angepasste, nicht zu energiereiche Fütterung, und Bewegung in kurzen, häufigen statt langen Einheiten. Ein Welpe, der mit einem Jahr schon aussieht wie ein ausgewachsener Hund, ist noch lange keiner – die Wachstumsfugen schließen sich bei dieser Größe erst deutlich später.
Im Alltag: worauf zu achten ist
- Gewicht von Anfang an im Blick behalten. Bei einer Rasse dieser Größe wirkt sich jedes überschüssige Kilogramm überproportional auf die Gelenke aus.
- Bewegung dosieren, nicht verweigern. Zu wenig Bewegung schwächt die stützende Muskulatur genauso wie zu viel die Gelenke überlastet – die Balance ist entscheidend.
- Auf Unlust bei Spaziergängen achten. Ein Berner, der plötzlich langsamer wird oder Wege verweigert, die er sonst gerne ging, zeigt oft ein frühes Zeichen von Gelenkschmerz.
- Regelmäßige Kontrollen im ersten Lebensjahr, auch ohne sichtbare Auffälligkeiten – Wachstumsstörungen lassen sich früh oft besser beeinflussen als spät.
- Muskulatur aktiv erhalten, sobald erste Gelenkthemen bekannt sind. Muskelaufbau und Mobilisierung helfen, die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.
Physiotherapeutisch begleite ich diese Rasse gerne schon präventiv im Welpenalter – nicht, weil zwingend etwas im Argen liegt, sondern weil sich hier mit wenig Aufwand viel für die Zukunft gewinnen lässt.
Bild folgt
Berner Sennenhund liegt ruhig auf einer Wiese, dreifarbiges Fell gut erkennbar, weiches Licht