Auch bekannt als: Franzose · French Bulldog · Bully
- FCI-Gruppe
- FCI Gruppe 9 – Gesellschafts- und Begleithunde
- Größe
- Klein
- Schulterhöhe
- 27 – 35 cm
- Gewicht
- 8 – 14 kg
- Lebenserwartung
- 10 – 14 Jahre
- Fell
- Kurzhaar, glatt anliegend
Die Französische Bulldogge gehört zu den beliebtesten Rassen Deutschlands – und zu denen, bei denen die Zucht auf ein bestimmtes Aussehen am deutlichsten mit körperlichen Einschränkungen einhergeht. Für die Physiotherapie sind zwei Themen zentral: die Atmung und der Rücken. Beide hängen enger zusammen, als man zunächst denkt.
Herkunft und Verwendungszweck
Aus englischen Bulldoggen und dem Zuchtziel eines kleinen, kompakten Begleithunds entstand im 19. Jahrhundert in Frankreich die Rasse, die wir heute kennen. Ein Arbeits- oder Jagdzweck stand nie im Vordergrund – die Französische Bulldogge wurde von Anfang an als Gesellschaftshund gezüchtet, mit den charakteristischen Fledermausohren und der kurzen Nase.
Körperbau und Bewegungsbild
Die kurze Nase (Brachyzephalie) verengt die oberen Atemwege. Das ist keine Nebensächlichkeit für die Bewegung: Ein Hund, der schon in Ruhe hörbar atmet, hat weniger Reserve für Anstrengung und für die Regulation von Körperwärme – Hecheln ist der einzige Weg, mit dem ein Hund Wärme abgibt, und genau dieser Weg ist bei kurzen Nasen eingeschränkt. Was das für heiße Tage bedeutet, steht im Ratgeber Kühlung beim Hund.
Weniger bekannt, aber physiotherapeutisch mindestens so wichtig: Die Französische Bulldogge ist eine chondrodystrophe Rasse (siehe Glossar: Chondrodystrophie) – derselbe Bauplan wie beim Dackel, nur mit kurzem statt langem Rücken. Das Bandscheibengewebe verändert sich früh, und zusätzlich kommen bei dieser Rasse gehäuft angeborene Wirbelfehlbildungen vor, die im Röntgenbild auffallen und teils mit dem charakteristischen Korkenzieherschwanz zusammenhängen.
Wachstum und Welpenzeit
Welpen dieser Rasse sollten nicht überanstrengt werden, aber genauso wenig komplett ruhiggestellt – eine kontrollierte, moderate Bewegung fördert eine gesunde Muskulatur, die den ohnehin kompakten Rumpf stützt. Wichtiger als bei den meisten anderen Rassen ist hier die Rücksicht auf Wärme und Anstrengung: Spielrunden in der Mittagshitze sind für diese Rasse keine gute Idee, auch nicht im Welpenalter.
Im Alltag: worauf zu achten ist
- Anstrengung dosieren, besonders bei Wärme. Kurze, häufige statt lange, seltene Runden. Bei Hitze verlagert sich Bewegung ganz in die kühlen Stunden.
- Geschirr statt Halsband. Zug am Hals verschärft die ohnehin eingeschränkte Atmung zusätzlich.
- Auf Schnarchen und angestrengte Atmung achten. Beides ist bei dieser Rasse verbreitet, aber nicht harmlos – eine tierärztliche Einschätzung, ob eine Erleichterung der Atemwege sinnvoll ist, lohnt sich.
- Neurologische Zeichen ernst nehmen. Schwäche in der Hinterhand, Schmerzäußerungen beim Berühren des Rückens oder ein plötzlich unsicherer Gang gehören zeitnah tierärztlich abgeklärt – bei dieser Rasse auch dann, wenn kein Sprung oder Sturz vorausging.
- Gewicht konsequent niedrig halten. Übergewicht verschärft sowohl die Atmung als auch die Belastung des Rückens gleichzeitig.
Physiotherapeutisch lohnt sich bei dieser Rasse ein Blick auf beides zugleich: eine Rumpfmuskulatur, die den kurzen Rücken stabilisiert, und eine Körperhaltung, die das Atmen nicht zusätzlich erschwert. Manuelle Techniken und eine sanft aufgebaute Ausdauer ergänzen sich hier besonders gut.
Bild folgt
Französische Bulldogge liegt entspannt im Schatten, ruhige Atmung erkennbar, weiches Licht
Im Glossar nachschlagen
Diese Begriffe tauchen bei dieser Rasse in Befunden häufiger auf. Im Glossar stehen sie ausführlich.